»Die Bilderkriegerin« im Kino

Vor der Filmvorführung in Warburg (von links): Nishanuddin Ahengar, Dr. Heribert Schlinker, Bürgermeister Daniel Hartmann, Heide Ute Niedringhaus, Bürgermeister Tobias Scherf, Christine Longère, Vorsitzende des FAN, Julian Schlinker, Judith Schlinker, Ute Schlinker.

Nach der Premiere in Berlin ist der Film „Die Bilderkriegerin – Anja Niedringhaus“ auch in den Kinos im Kreis Höxter, in Warburg und Bad Driburg, zu sehen. Zu einer Vorstellung in Zusammenarbeit mit dem Forum Anja Niedringhaus (FAN) hatten die Kinobetreiber, Familie Schlinker, in das Cineplex Warburg eingeladen. Der Einladung gefolgt waren Bürgermeister Daniel Hartmann aus Höxter, Bürgermeister Tobias Scherf aus Warburg, Heide Ute Niedringhaus, die Mutter der ermordeten Fotografin, und Vorstandsmitglieder des FAN. Besonders bewegende Momente erlebte das Publikum durch die Anwesenheit des afghanischen Kameramanns Nishanuddin Ahengar, der das für Anja Niedringhaus tödliche Attentat in der afghanischen Provinz Chost miterlebte und heute mit seiner Familie in Deutschland lebt.

Das Thema des Films ist von brennender Aktualität. Sehr eindringlich führt der Film dem Betrachter vor Augen, was Krieg bedeutet und was Menschen wie Anja Niedringhaus auf sich nehmen, wenn sie in die Kriegsgebiete gehen, um der Welt zu zeigen, was da passiert.

„Ohne gute Bilder gibt es keine Demokratie“, sagt ein Kollege von Anja Niedringhaus, Michael Kamber, in dem Film. Erzählt wird „Die Geschichte einer Kriegsfotografin“. Gegen diese Bezeichnung hat sich Anja Niedringhaus verwahrt. „Ich fotografiere, was in der Welt passiert“, betonte sie. Sie arbeite ja nicht nur in Kriegs- und Krisengebieten, sondern auch viel im Sport, „am liebsten Leichtathletik und Tennis“, bei den Olympischen Spielen und immer wieder in Wimbledon. Wenn man länger im Irak oder in Afghanistan arbeite, sei es wichtig, „auch mal Abstand zu gewinnen, einen anderen Blick“.

Der Sport war für sie ein Gegenpol zum Krieg wie auch die Zeit mit der Familie, der Mutter in Höxter, den Schwestern, den Nichten und Neffen, der Tante in Genf.

Sie sei „nicht auf der Suche nach diesem Bäng-Bäng“, sagte sie in einem Interview. Sie verstand sich als Zeitzeugin: „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt.“ Durch ihre Arbeit in den Kriegsgebieten sei sie zur Pazifistin geworden. „Mit Panzern löst man keine Probleme.“

Anja Niedringhaus auf der Leinwand ist eine Filmfigur, die einem Drehbuch folgt. Ihre Geschichte zieht die Zuschauer in ihren Bann. Erschüttert von der Erinnerung an das, was am 4. April 2014 in Banda Khel in Afghanistan passierte, zeigte sich auch der aus der Nähe von Marburg mit Frau und Sohn angereiste Nishanuddin Ahengar. Wie er dem Publikum berichtete, arbeitete er seit 2003 für die Nachrichtenagentur AP und kannte Anja Niedringhaus seit etlichen Jahren. Sie habe ihn oft ermahnt, vorsichtig zu sein und ihm vorgehalten: „Das Leben ist wichtiger als ein Foto.“